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TLF!POSTED | September 22, 2017

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Multi-Channel-Strategie für Einzelhändler: Garant zum Erfolg?

Multi-Channel-Strategie für Einzelhändler: Garant zum Erfolg?

Online vs. Offline

Die Divergenz der beiden Kanäle online und offline ist allgegenwärtig: Beide Channels konkurrieren um Neu- und Stammkunden und dementsprechend um die eigene Absatzwirtschaft.

In einem aktuellen Artikel über die Lage des stationären Einzelhandels hat die Wirtschaftswoche den Präsidenten des Deutschen Handelsverbandes, Josef Sanktjohanser, interviewt, der lokale Geschäfte in akuter Gefahr in Bezug auf das wachsende Onlinesegment sieht.

Laut Sanktjohanser findet innerhalb der deutschen Wirtschaft im Handelsbereich zurzeit eine deutliche Zäsur statt – zugunsten des Onlinehandels. Sanktjohanser zufolge stagniert der stationäre Einzelhandel, während der E-Commerce boomt.

Josef Sanktjohanser, Präsident des Einzelhandelsverbands Quelle: dpa / Wirtschaftswoche

Josef Sanktjohanser, Präsident des Einzelhandelsverbands
Quelle: dpa / Wirtschaftswoche

 

Boom im E-Commerce

So ist es für große Ketten zwar möglich, Verluste in ihren lokalen Geschäften online wieder auszugleichen, kleineren Läden und Boutiquen fehle jedoch das nötige Budget und Knowhow, um potentielle Kunden sowohl online als auch lokal bedienen zu können. Die Konsequenz daraus sieht Sanktjohanser in der unvermeidlichen Schließung von mindestens 50.000 Geschäften in den kommenden fünf Jahren.

Um dies zu verhindern oder zumindest einschränken zu können, sucht der deutsche Handel nun die Mithilfe der Politik und hofft auf Regeln, die die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittelständischer Einzelhändler erneut ausbauen und eine Homogenität von Spielregeln der beiden Parteien Onlineshop und lokale Geschäfte mit sich bringt.

Besonders in weniger urbanen Regionen setzen die Einwohner vermehrt auf das Medium Internet und die Möglichkeit, online einkaufen zu können – zum Nachteil der Shops vor Ort.

 

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Tatsächlich erfreut sich der Onlinehandel immer größerer Beliebtheit und Internet-Riesen wie Amazon oder das deutsche Versandhaus Zalando sind gefragter denn je. Die einfache Bestellung von zu Hause, das Wählen aus einem nahezu unbegrenzten Sortiment und (oftmals) die Möglichkeit einer kostenlosen Retour sind für den Onlinehandel nahezu eine Erfolgsgarantie.

Fusion von On- und Offline-Kanälen

Jedoch sind beschriebene Eigenschaften eines vermeintlich erfolgreichen Onlineshops mit immensen Zusatzfaktoren verbunden: Der Launch, die Wartung und Pflege einer Website bedürfen viel technischem Knowhow und Budget –  zusätzliche Kosten also, die für ein kleines stationäres Geschäft kaum zu tragen sind. Trotzdem kann schon lang nicht mehr von einem bloßen Online-„Trend“ gesprochen werden. Der E-Commerce wächst unaufhaltsam und erfreut sich immer größerer Beliebtheit und hat sich von einer Randerscheinung zu einer festen Wirtschaftgröße etabliert.

Dementsprechend ist es als stationärer Händler gefährlich und unklug, das Medium Internet für das eigene Geschäft völlig außer Acht zu lassen. 2014 wurden in Deutschland 39 Milliarden Euro online ausgegeben. Viele stationäre Ketten haben sich online längst ein zweites Standbein aufgebaut, doch wie oben beschrieben ist ein eigener Onlineshop keineswegs an Kosten und Mühen zu unterschätzen. Bereits erwähnter Versand-Riese Zalando konnte nach seiner Gründung 2008 trotz vorherigen Umsätzen in Milliardenhöhe erstmals im Jahr 2014 schwarze Zahlen schreiben – für ein kleines stationäres Geschäft mit Online-Präsenz wären solche Verluste undenkbar.

Trotzdem ist es möglich, mit wenig Kosten im Internet präsent zu sein und potentielle Kunden anzuziehen (z. B. Öffnungszeiten und sonstige relevante Informationen online anbieten). Viele Einkäufer besinnen sich nämlich zurück auf die Vorteile des lokalen Einkaufens und legen Wert auf eine persönliche Beratung und ggf. ein Anprobieren und genaues Begutachten der Ware. Somit bewegen sie sich weg von der Anonymität des E-Commerce.

 

Beliebt: der Versand-Riese Amazon Bild: Der Spiegel

Beliebt: der Versand-Riese Amazon
Bild: Der Spiegel

 

Multi-Channel-Strategie

TheLabelFinder hat den Spagat einer erfolgreichen Verknüpfung von on- und offline für lokale Modegeschäfte umsetzen können. Mithilfe der Online-Plattform können sich stationäre Geschäfte online präsentieren und Neukunden alle wichtigen Informationen vorab darbieten. Dazu gehören Öffnungszeiten und Anfahrtsdetails, aber auch geführte Marken, Kollektionen und das vorhandene Sortiment.

Zusätzlich können Nutzer nicht nur nach bestimmten Marken in der passenden Stadt suchen, sondern auch nach Fachgeschäften, was wiederum dem User einen Mehrwert und Geschäften eine bessere Auffindbarkeit beschert. Mithilfe dieser Maxime werden Kunden in die stationären Geschäfte gelotst – online wird im Vorfeld lediglich informiert, der entscheidende Point of Sale findet vor Ort statt.

Auf diesen Trend haben auch die Online-Größen reagiert. Zalando betreibt in Deutschland zwei Outlet-Stores, das Online-Auktionshaus eBay hat in der Vergangenheit ebenfalls einen temporären Store in Berlin eröffnet und auch Amazon plane Gerüchten zufolge die Eröffnung mehrerer Geschäfte in Nordamerika (siehe z. B. The Guardian, 03.02.2015).

Es wird demnach deutlich, dass sich eine kanalübergreifende Strategie am besten eignet: Diese Multi-Channel-Strategie ermöglicht es Händlern, potentielle Kunden online und offline zu erreichen und somit am rentabelsten zu agieren.

 

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