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TLF!POSTED | September 24, 2017

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REVIEW: BORIS BIDJAN SABERI’S FASHION SHOW

ENGLISH SUMMARY BELOW

Mode im Untergrund. Jetzt gibt’s noch schnell den Nachtrag zur Boris Bidjan Saberi Show, die vergangenen Donnerstag in Berlin stattfand. Die “Mid Season Fashion Show”, wie das Event angekündigt wurde, war eine „Show“ im besten Sinne – allerdings keine typische Modenschau oauf dem Laufsteg: In einem riesigen, alten, leerstehenden Kellergewölbe in Berlin-Mitte hatte der Designer ein ganzes Event kreiert.

Direkt am Eingang durften sich die Gäste mit Drinks versorgen, um dann durch eine schmale Öffnung in die riesigen Räumlichkeiten einzutreten. Die spärliche Beleuchtung und Männer in Bankräuber-Optik, mit Gesichtsmasken, die geheimnisvolle Fäden durch die Räume spannten, erzeugten eine etwas düstere-gruselige Atmosphäre.

Im großen Gewölbe dann war das modische Oeuvre des Boris Bidjan Saberi zu sehen: Feste Schnürschuhe aus Leder, schwere Taschen, eine papierartige Hosen und eine aus schmalen Streifen gewebte Lederjacke baumelten an unsichtbaren Fäden von der Decke und wurden von mit Scheinwerfern angestrahlt. Im riesigen Nebenraum war eine latexartige, hautfarbene Jacke als Solo-Objekt inszeniert – und erschien durch Rauch und Düsterheit wie ein mystisches Relikt aus einer anderen Zeit.

Das allein hätte eigentlich schon gereicht – eine modische Installation (anfassen durfte man die Kleidungsstücke übrigens nicht, die Show wollte also doch mehr Kunst- als Mode-Ausstellung sein…) aber es ging noch weiter: in einem dritten Raum gab es Live-Musik auf einem Baugerüst zu sehen und erleben. Ein DJ, ein Schlagzeuger und zwei Sänger performten auf einem Baugerüst, zwei stumme Beobachter im Saberi-Look, ebenfalls auf einem Baugerüst am Ende des Raumes, blieben regungslose Zeugen; die Bankräuber übten sich weiter im Fadenspannen; nur eine Tanzperformance ging aufgrund der Masse an Zuschauern leider unter.

Dann gingen Licht und Musik aus, Schwarzlicht an und enthüllte den Sinn der weißen Fäden: sie leuchteten im blauen Licht als dreidimensionale Installation und gaben eine römische Zwei frei – so der Name der Kollektion.

Boris Bidjan Saberi, geboren 1978 als Kind einer deutschen Mutter und eines persischen Vaters (die beide ebenfalls Modedesigner waren) und aufgewachsen in München, hat sich mit dem Event einmal mehr als Prinz der Düsterheit inszeniert. Saberi hat seine Mode bereits zur Fashion Week in Paris gezeigt– was den Designer genau zu seiner „Mid Season Show“ in Berlin veranlasst hat, bliebt unklar…aber so sind er und seine Mode eben: nicht ganz greifbar.

Boris Bidjan Saberis Kollektion gibt es in Berlin zum Beispiel bei Darklands (sehr passend), in Frankfurt am Main bei Frida oder in Zürich bei Fashionslave Menswear & Style Gallery.

ENGLISH SUMMARY

Fashion, under ground. Boris Bidjan Saberi, fashion designer of German of Persian decent who grew up in Munich and already presented his fashion in Paris invited to a „Mid Season Fashion Show“ in Berlin past Thursday.

Located in an old cellar in Berlin-Mitte, the designer had installed a real event in order to present his collection: his garments hung from the ceiling like a walk-though installation (no touching please…), live music was performed and some mysterious mummed men in black were spinning threads throughout the rooms. Later on, after a hip-hop-like performance black light revealed the idea behind the spinning: Saberi’s collection logo was illuminated on the wall.

The audience walked through the empty, dark, fusty and dimly lit rooms – the atmosphere was eerie and mysterious. A one-of-a-kind event – but its motivation remains unknown…

For those who’d like to look at Boris Bidjan Saberi‘s fashion in daylight: his collection is sold in many shops worldwide such as Darklands in Berlin, Reborn in Montreal, at Harvey Nichols in Hong Kong, H. Lorenzo in Los Angeles or Vertice in London

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