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TLF!POSTED | October 23, 2017

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Review: Haute Couture Schauen in Paris

Ganze zehn Modehäuser leisten sich derzeit noch den Luxus einer Haute Couture Kollektion. Darunter sind natürlich die Pariser Traditionslabels wie Chanel oder Dior aber auch der italienische Modemacher Giorgio Armani findet neben dem Design seiner diversen Ready-to-Wear-Linien noch Zeit für seine exklusive Privé-Kollektion. Die stand dieses Mal im Zeichen des Mondes und wartete mit geschwungenen Formen und matt-silbrig schimmernden Kleidern auf. Die Models durften dazu noch halbmondförmige Handtaschen zu Schau tragen – das Thema konnte also keineswegs mißverstanden werden.+++

+++ Vornehmes für die Dame von Welt gab es auch bei Elie Saab zu sehen, der libanesische Designer setze aber vor Allem auf Romantik und schwelgte zwischen Nude- und Patelltönen und vertraute ganz auf die Kombination aus Rüschen, Stickereien und weiblichen Kurven. +++

Weniger glamourös dafür exotisch-mexikanisch inspiriert erschienen die Haute Couture Entwürfe von Jean-Paul-Gaultier. Die Mittel zum Zweck? Große Hüte, viel Denim, auffällige, große Muster und an Mariachi-Uniformen erinnernde Anzüge. +++ Ensembles mit Hosen gab es auch bei Valentino zu sehen – und keine roten Roben. Der Grandseigneur der italienischen Mode zeigte sich betont modern und das mit folgenden Zutaten: ein wenig Gewickeltes, ein bißchen Geometrie, einiges an Transparenz, ein gute Portion leuchtender Farben und auffälliges Augenmake-up in Form von breiten, blauen Balken oder einfach den „Garden Eden in der Cyberwelt“ wie es Sarah Mower auf style.com nennt. +++ Für die Kollektion von Alexis Mabille findet die Kritikerin hingegen die Worte „Graphic Surgery“. Man könnte es auch zweifarbig-und-scheitelgenau-getrennt nennen. Der Designer ließ selbst die Haare der Models passend zum pink-schwarzen Duo-Look seiner Entwürfe färben und erschuf  die auffälligste unter den Couture-Kollektionen +++ Karl Lagerfeld vertraute für seine Chanel-Kollektion auch auf die Kraft der Farben, bediente sich allerdings mehr bei den Pastell-Nunancen und hellen Tönen. Diese gabe es konsequenterweise nur in Form von Kostümen und Kleidern zu sehen. Und das in der Eine-Handbreit-überm-Knie-Länge. +++ Ebenfalls ausschließlich Kostüme und Kleider gab es John Galliano für Dior zu sehen. Und das ganz historisch inspiriert. Der Designer setzt auf hohe Taille, Jacken mit Schößchen und lange Röcke und machte die Dior-Show zu einem Ausflug in die Vergangenheit der Mode. +++ Ebenfalls von der Vergangenheit ließ ich Anne Valérie Hash inspieren, aber transfomierte dies in einen zeitgemäß-entspannten Look. Und das mit Konzept: Für ihre Kollektion hatte die Designerin, die im Übrigen die einzige Frau unter den Couturiers ist, Menschen, die sie bewundert angefragt, ihr Stücke aus ihrem persönlichen Besitz zu überlassen. Und das haben sie getan. Alber Elbaz gab angeblich einen Pyjama her, Tilda Swinton spendete ein Vivienne Westwood T-Shirt, Jean Paul Gaultier gab sein legendäres, gestreiftes Shirt her, Peter Doherty eine Jacke, Bloggerin Diane Pernet (A Shaded View On Fashion) einen Schleier, Daphne Guinness eine Chanel-Jacke. Und auch Charlotte Rampling steuerte ein Teil bei. Die Schwierigkeit bestand für Hash dann darin, dies zu einer Kollektion zu re-mixen. Es ist ihr gelungen. Das gestreifte, Gaultier-Shirt ist nun Teil eines glitzernden Jumpsuits und wurde von Model Shu Pei Qin vorgeführt. Die Anne Valérie Hash Show war damit Verdichung der Mode-Welt, denn wer kann schon sagen, er besitze ein Anne Valérie Hash-slash-Chanel-Teil oder habe schonmal den Pyjama von Alber Elbaz auf ein Party ausgeführt?